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Eduard Mörike - Zwischen Pfarrberuf und poetischer Berufung

Vortrag mit Karl Josef-Kuschel

Dienstag
23. September
Beginn
19:00 Uhr
Eintritt
frei
Ort
Hölderlinturm

Eduard Mörike ist vor 150 Jahren gestorben. Mit einem Vortrag erinnert der Hölderlinturm an den schwäbischen Dichter. In seiner Tübinger Studienzeit besuchte er Hölderlin im Turm, auch verdanken wir ihm die Überlieferung einiger Gedichte aus Hölderlins Turmzeit.

Zum Pfarrer ausgebildet, zeigt sich bei Mörikes Gedichten schon früh seine poetische Begabung. Diese Spannung prägt sein Leben, ja wird zum Konflikt. Vom Pfarrdienst muss er leben, vom Schreiben kann er es nicht. Doch er bleibt seiner Berufung treu und schafft ein unverwechselbares poetisches Werk. Als Pfarrer-Poet wird Mörike zu einem der ersten Schriftsteller, der christliche Überlieferungen und kirchliche Gebräuche nicht religionskritisch verwirft, sondern in einen eigenen literarischen Kosmos verschmilzt. Er nimmt sie hinein in seine poetische Welt, ohne mit ihnen zu brechen. Er erfindet eine eigene Formen- und Symbolsprache und gibt damit der Literatur als einem autonomen Kunstwerk die Ehre, ohne das Christliche aufzulösen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel (geb. 1948) ist emeritierter Professor für Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Universität Tübingen. Er forscht und publiziert seit Jahrzehnten zu den Beziehungen von Literatur und Religion sowie zum Dialog der Weltreligionen. Kuschel ist Präsident der Internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft und vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Theologischen Preis der Salzburger Hochschulwochen.

Hölderlinturm Tübingen

Bursagasse 6
72070 Tübingen

hoelderlinturm@tuebingen.de