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Stadtschreiberlesung inklusiv

Mit Levin Westermann und Nancy Hünger und Übersetzung in Gebärdensprache

Mittwoch
08. September
Beginn
16:00 Uhr
Eintritt
frei

Was bleibt, wenn eine alles setzt und alles verliert? In ›4 Uhr kommt der Hund‹ erzählt Nancy Hünger (Tübinger Stadtschreiberin im Jahr 2018) von einem totalen Ich-Verlust, der keine Gewissheiten und keine Verbindlichkeiten mehr kennt. Davon, wie man der Welt und der Liebe abhanden kommt – und zwar so gründlich, dass man sich selbst nicht wiedererkennt. Davon, wie man sich im Abseits der Gesellschaft wiederfindet, unter denen, die am Rand siedeln, weggeschlossen, weggesperrt. All das erzählt Nancy Hünger in einer dichten, rhythmisch durchkomponierten Prosa – mit einer Stimme, »die wir brauchen, weil sie uns sagen kann, wie wir sind, wenn wir nicht weiterwissen, und die es uns so sagen kann, dass wir es aushalten«. (Werner Söllner)

Levin Westermann (Tübinger Stadtschreiber im Jahr 2020) liest aus seinem neuen Gedichtband ›farbe komma dunkel‹. Das Schreiben ist immer ein Gespräch. Es überwindet die Grenzen von Raum und Zeit und ermöglicht die Kommunikation mit denen, die waren, und denen, die noch kommen werden. Vergraben in den Texten, warten die Stimmen, die Levin Westermann freilegt, Schicht für Schicht, um ihre Gedanken zu vernehmen — und dann zu antworten, seine eigene Stimme dem Chor des endlosen Gesprächs hinzuzufügen. Denn das Schreiben ist immer auch ein Überschreiben. Literatur ist Palimpsest. Und alles ist verbunden. Im Text. Und in der Welt. Kein Lebewesen existiert für sich allein. Und kein Text entsteht aus dem Nichts. Die Katze, der Igel, der Waldbrand, Paris: alles ist wichtig und Ausdruck der Welt. Die Sonne, sie scheint auf die Welt. »die sonne ihre strahlen / wie ein feind.«

Levin Westermann, geboren 1980 in Meerbusch, lebt in Biel/Bienne. Studium an der Hochschule der Künste Bern. Schreibt Gedichte und Essays. Für das Buch ›bezüglich der schatten‹ wurde er zuletzt mit dem Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg sowie dem Schweizer Literaturpreis 2021 ausgezeichnet.

Nancy Hünger, geboren 1981, studierte Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar und verschrieb sich danach ganz der Literatur. Sie lebt in Gotha. Im Herbst 2008 erhielt sie ein Hermann-Lenz-Stipendium, 2012 das Dürener Förderstipendium Lyrik. 2011 war sie Stadtschreiberin in Jena, 2013 Stipendiatin des Künstlerhauses Edenkoben. 2014 erhielt Nancy Hünger den Caroline-Schlegel-Förderpreis der Stadt Jena für einen Essay zur Erzählung ›Alte Abdeckerei‹ von Wolfgang Hilbig, 2015 das Thüringer Literaturstipendium Harald Gerlach.

Die Texte werden simultan in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Dolmetscherin: Rita Mohlau.

Die Lesung findet im Garten des Hölderlinturms statt und wird live gestreamt. Bei Regen wird die Lesung nur gestreamt.

Eine Veranstaltung der VHS Tübingen in Kooperation mit dem Hölderlinturm und dem Fachbereich Kunst und Kultur der Stadt Tübingen.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung über gesellschaft@vhs-tuebingen.de

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    11:00 - 17:00

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    11:00 - 17:00

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    11:00 - 17:00

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