Schreiben für die Seele – von Hölderlin bis heute
Kann Schreiben helfen, Gedanken zu ordnen, Krisen zu bewältigen oder neue Perspektiven zu entwickeln? Was bewegt Menschen dazu, über sich selbst und ihre Erfahrungen zu schreiben – und was geschieht dabei?
Mit der neuen Sonderausstellung „Schreiben für die Seele – von Hölderlin bis heute“ lädt das Museum Hölderlinturm dazu ein, die faszinierende Verbindung von Schreiben und psychischer Gesundheit zu erkunden. Ausgangspunkt ist Friedrich Hölderlin, der die zweite Hälfte seines Lebens im Tübinger Turm verbrachte. In dieser Zeit entstanden Gedichte, die bis heute berühren und Fragen aufwerfen: Sind sie Ausdruck einer Krise, Zeugnisse dichterischer Schaffenskraft oder Versuche, inneren Halt zu finden?
Von Hölderlins Turmgedichten führt die Ausstellung zu unterschiedlichen Formen des Schreibens: von autobiografischen Texten und literarischen Selbstzeugnissen bis hin zu persönlichen Ausdrucksformen im digitalen Zeitalter. Interviews mit Autor_innen, Therapeut_nnen, Wissenschaftler_innen und Menschen mit eigenen Krisenerfahrungen eröffnen dabei verschiedene Perspektiven auf die Möglichkeiten und Grenzen des Schreibens. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen zudem, wie Schreiben unser Denken, Fühlen und Erinnern beeinflussen kann.
Zugleich zeichnet die Ausstellung nach, wie sich die Vorstellungen vom Schreiben im Laufe der Zeit verändert haben. Von den Selbstbetrachtungen Marc Aurels bis zu heutigen digitalen Schreibpraktiken wird sichtbar, welche Bedeutung Menschen dem Schreiben in unterschiedlichen Epochen zugeschrieben haben. Während es zu Hölderlins Zeit mitunter als gesundheitliches Risiko galt, wird es heute vielfach als Ressource für psychisches Wohlbefinden und Resilienz verstanden.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Schreiben in schwierigen Lebenssituationen spielen kann. Zwischen Literatur, Therapie und Wissenschaft beleuchtet die Ausstellung das Verhältnis von Schreiben, Krisenerfahrung und psychischer Gesundheit – und eröffnet so unterschiedliche Zugänge zu der Frage, was Schreiben für die Seele leisten kann.
Am Ende des Rundgangs sind Sie eingeladen, selbst aktiv zu werden. Schreibanregungen, eine Schreibwand und die Schreibwerkstatt im zweiten Turmzimmer bieten Raum, eigene Gedanken festzuhalten, neue Formen des Schreibens auszuprobieren und Tübinger Schreibprojekte kennenzulernen.
Das Plakat zur Ausstellung können Sie hier aufrufen.
Den Programmflyer mit den Veranstaltungen von September bis Dezember 2026 finden Sie hier.
Gefördert
aus Landesmitteln durch die Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg (Deutsches Literaturarchiv Marbach)
durch die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
durch die Hölderlin-Gesellschaft e.V.
Kuratierung
Sabrina Rosalie Rösch
Mitarbeit
Wiebke Ratzeburg, Florian Mittelhammer, Leo Steinhilber, Finja Henseler, Theresa Marschall und Luise Nöllemeyer
Ausstellungsaufbau
Helmut Gugel, Inga Feldbausch, Jürgen Weingand, Tom Rau und das LTT
Gestaltung
Bachgasse - Büro für Gestaltung, Martin Bertele
Audio- und Videoproduktion
Caden Bencz
